Der Naturheilpraktiker – das besondere Wissen aus der Natur

Noch immer gelten die Heilkräfte der Natur als ebenso wirksam wie schonend. Sie können Leiden lindern, bei denen die Schulmedizin als zu stark empfunden wird. Die Naturheilpraktiker Ausbildung im Bereich der Alternativmedizin liegt dabei im Trend.
Naturheilkunde – was ist das eigentlich?
Als Naturheilkunde wird das Wissen bezeichnet, pflanzliche und tierische Ausgangsstoffe, Wasser und Licht, Wärme und Energie für die Gesundheit sowie das Wohlbefinden der Menschen einzusetzen. In kaum einem anderen europäischen Land ist diese Heilkunst in der Gesellschaft derart willkommen wie in der Schweiz. Rund 80 Prozent der Bevölkerung akzeptieren die damit verbundenen Behandlungen. Dennoch ist der Beruf bis in das Jahr 2015 hinein gesetzlich nicht definiert worden. Das hat sich vor einigen Jahren geändert. Wer nun eine Naturheilpraktiker Ausbildung durchlaufen möchte, kann daher mittlerweile eine in allen Kantonen anerkannte Lehrzeit absolvieren – statt wie zuvor das berufliche Rüstzeug im Rahmen einer Weiterbildung zu erlernen.
Voraussetzungen für die Naturheilpraktiker Ausbildung
Wer sich für diesen Beruf interessiert, sollte bereits eine Vorliebe für die Medizin und die Heilung von Kranken mitbringen. Empathie, Kommunikationsfähigkeiten, die Bereitschaft zum richtigen Zuhören und das rationale Denken sind beim Erstellen von Diagnosen und Therapieplänen unablässig. Ein besonderes Vorwissen muss allerdings nicht nachgewiesen werden. Nicht einmal die Matura müssen die Bewerber mitbringen, es genügt der herkömmliche Schulabschluss. Die insgesamt rund drei Jahre andauernde Ausbildung kann somit von jedermann angestrebt werden, der über die geistige und körperliche Reife verfügt. Eignungstests finden in der Regel vorab nicht statt – sie können durch die Lehreinrichtungen aber immer dann durchgeführt werden, wenn die Anzahl der Bewerber die Zahl der freien Plätze deutlich übersteigt.
Ganz nach eigenen Wünschen
Ob der Bewerber der Naturheilpraktiker Ausbildung eine staatliche oder eine private Lehreinrichtung wählt, kann er eigenständig entscheiden. Wesentliche Unterschiede im zu erlernenden Pensum lassen sich ohnehin kaum ausfindig machen – immerhin gilt es, dass der erworbene Abschluss landesweite Qualitätsstandards einhalten muss. Ihnen sind alle Schulen unterworfen. Gleich ist ihnen, dass die Auszubildenden eine Spezialisierung in einer von vier Fachrichtungen vornehmen können. Zur Auswahl stehen dabei die Traditionelle Chinesische Medizin, die Homöopathie, die Europäische Naturheilkunde sowie die Indische Ayurveda-Medizin. Hier mögen die Inhalte voneinander abweichen – in jeder der genannten Disziplinen durchläuft der Lehrling indes sieben Module, die einen umfangreichen Blick auf die gewählte Fachrichtung erlauben. Allzu viel Freizeit bleibt zwischen den Vorlesungen übrigens nicht.
Praktische Arbeit in der Naturheilpraktiker Ausbildung
Neben den schon erwähnten Fachrichtungen wird der Teilnehmer allgemein in der Anatomie und der Funktion des menschlichen Körpers geschult. Er kann nach dem Ende der dreijährigen Lehrzeit somit eine Basisausbildung der Medizin vorweisen. In diesem Rahmen ist es wichtig, nicht alleine theoretisches Wissen zu sammeln – sondern vielmehr die praktischen Fertigkeiten zu verbessern. Praktika nehmen während der Studienzeit daher eine zentrale Rolle ein. Bei ihnen begleitet der Lehrling einen Naturheilpraktiker bei dessen täglicher Arbeit – etwa bei Besuchen von Patienten daheim oder in der Klinik. Ebenso ist das Verfolgen von Gesprächen zwischen dem Erkrankten und dem Therapeuten sehr wichtig, um später eigenständige Diagnosen und darauf zugeschnittene Pläne für eine erfolgreiche Behandlung zu erstellen.